PassivhausberichteErfahrungen mit Passivhäusern:Erfahrungsbericht von einem unserer Kunden: Familie Rudolph aus MistelbachErfahrungen mit dem Passivhaus in MistelbachFamilie Rudoph wohnt seit 2003 in einem Passivhaus der Fa. MAWO in Mistelbach. Eine herkömmliche Heizung gibt es hier nicht. Die gute Isolierung und eine kontrollierte Wohnraumlüftung reichen aus, um das Haus im Winter warm und im Sommer kühl zu halten. Wie wohnt es sich in einem solchen Haus? Wie unterscheidet sich das Wohngefühl von einem herkömmlichen Haus? Familie Rudolph: „Bei unseren Eltern empfanden wir die großen Temperaturgegensätze im Winter zwischen Wohn- und Schlafräumen als unangenehm. Auch ist die Luftqualität in anderen Häusern in der Heizperiode spürbar schlechter; das gilt im Besonderen für Küchen und Bad. In unserem Passivhaus ist eine Stunde nach dem Kochen und kurz nach dem Baden oder Duschen nichts mehr von Küchendunst oder feuchter Luft zu spüren.“ Man schläft bei geschlossenen Fenstern, die frische Luft strömt durch die Anlage herein, Lärm, Staub und Pollen bleiben durch den Einsatz spezieller Filter draußen. •Warum haben Sie sich für ein Passivhaus entschieden ?Das Angebot zum Bau eines Passivhauses durch die MAWO war für uns sehr interessant, da die bedeutend niedrigeren Heizkosten gegenüber einem konventionellen Haus trotz anfangs höherer Baukosten zu einer deutlichen Einsparung führen. Außerdem reizte uns die zukunftsweisende Technologie, nicht zuletzt auch hinsichtlich schwindender Primärenergieträger und dem damit zu erwartenden Preisanstieg derselben.•Wo sehen Sie die Vorteile eines Passivhauses ?Die vor dem Bau versprochenen Vorteile eines Passivhauses wie besseres Wohnklima, Ruhe vor dem „Lärm“ der Umwelt und die relative Unabhängigkeit von der Entwicklung der Heizkosten haben sich in der Praxis bestätigt: das Raumklima ist das ganze Jahr hindurch konstant und angenehm, durch den Entfall des Lüftens über die Fenster bleiben Lärm und Staub außerhalb der Wohnung, und die laufenden Betriebskosten sprechen eine deutliche Sprache.•Wo sehen Sie die Nachteile eines Passivhauses ?Nachteilig empfinden wir die mitunter recht niedrige Luftfeuchte, wie auch bei herkömmlichen Heizsystemen. Das schnelle Aufheizen im Sommer bei längeren Schönwetterperioden oder bei vielen Gästen im Haus und anfängliche Heizdefizite bei längeren Schlechtwetterperioden ohne Sonne im Winter oder längerer Unterbelegung des Hauses (Abwesenheit eines Teils der Familie über mehrere Tage).•Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um diese Nachteile abzuwenden ?Gegen die niedrige Luftfeuchte helfen viele Grünpflanzen oder Verdunster.Die schnelle Erwärmung bekommt man mit einer Außenbeschattung in den Griff, die am besten direkt beim Neubau eingeplant werden sollte; bei vielen Gästen im Sommer hilft am besten das Lüften durch Fensteröffnen in der Nacht oder eine höhere Luftumwälzung (höhere Lüfterstufe).Die Heizdefizite gleicht seit Januar ein Mini- Zusatzheizkörper mit lediglich 400 W Leistung aus.Errichtungskosten / Betriebskosten des Hauses ?Die Errichtungskosten lagen ca. 15 % über denen eines konventionellen Niedrigenergiehauses.Die Betriebskosten für Heizung/Lüftung/Warmwasser für eine 5- köpfige Familie belaufen sich z. Zeit auf durchschnittlich 7 kWh/Tag; dazu kommen noch ca. 100,-- Euro/Jahr für die Luftfilter.•Änderung der Lebensgewohnheiten gegenüber früher schwierig ?Eigentlich nicht; man gewöhnt sich sehr schnell an die gleichmäßige Temperatur im Haus (auch nachts!). Auch das Schlafen bei geschlossenen Fenstern stellt durch die ständige Frischluftzufuhr kein Problem dar – dafür ist die nächtliche Ruhe umso angenehmer! Problematischer war für uns, dass die Außentüre immer geschlossen gehalten sollte, um keine kalte Luft im Winter bzw. warme Luft im Sommer ins Haus zu lassen – bei drei kleinen Kindern nicht immer einfach.•Vergleich mit herkömmlichen Häusern ?Bei unseren Eltern fanden wir die großen Temperaturgegensätze im Winter zwischen Wohn- und Schlafräumen als unangenehm. Auch ist die Luftqualität bei vielen Gästen in der Heizperiode spürbar schlechter; das gilt im besonderen für Küche und Bad. Mistelbach, am 06.05.2004Familie RudolphWussten Sie, dass ...•durch die überdurchschnittliche Isolierung (ca. 40 cm Zellulose) um die Hälfte weniger Energie verbraucht wird als bei einem herkömmlichen Niedrigenergiehaus (reine Heizungskosten pro Winter ca. 145,- Euro bei 150 m² Wohnfläche!). Nebeneffekt ist, dass das Isoliermaterial ein Recyclestoff (Altpapier) ist, der bei einem späteren Abriss problemlos wieder getrennt entsorgt ( das spart übrigens viel Geld für spätere Generationen betreff Entsorgungsgebühren!) als Dämmmaterial erneut verwendet werden kann.•durch die vorbildlichen U-Werte wurde eine Energiekennzahl von unter 0,15 (kWh/m2 anno) erreicht und somit kann ein herkömmliches Heizungssystem entfallen und damit auch puncto Luftverschmutzung (kaum ein weiterer Beitrag zum CO2-Ausstoß für den Treibhauseffekt im Gegensatz zu Erdöl: 1l Heizöl=2,9 kg fossiles CO2, 1 m³ Erdgas = 1,9 kg fossiles CO2) ein beispielhaftes Projekt gebaut werden!•dieses Passivhaus eine besondere Bauweise benötigt (0/W/N-Seite wenig Fensterflächen; Südseite dagegen große Fensterflächen) und daher auch von unserer Gemeinde nach kurzem Zögern unterstützt wurde.•in der Ortsbild-Broschüre „NÖ gestalten“ im Amt der NÖ Landesregierung regelmäßig die positiven Aspekte eines Passivhauses angesprochen werden? Nicht zuletzt fordert unser Landeshauptmann Dr. Pröll in Ausgabe 73 im Leitartikel unter dem Titel: „Wir packen zu und gehen mit gutem Beispiel voran“: „Jeder von uns muss bereit sein, Verantwortung für die menschen-- und umweltgerechte Gestaltung unseres Bundeslandes zu übernehmen. Und jeder von uns tut dies in seinem eigenen Bereich, mit seinen eigenen Möglichkeiten.“•mit diesem Passivhaus ein energiesparendes Vorzeigeprojekt (=innovatives Gesamtkonzept - siehe sensationelle niedrige Gesamtenergiebilanz) für die ganze Region errichtet wurde, das beispielgebend im Bereich Umweltschonung (Primär-Energiekennwerte!) ist für die Zukunft!•alleine in Österreich mehr als 120 Projekte dieser Passivhausbauweise bereits gebaut wurden oder in Planung sind •wir uns und unseren Kindern ein qualitativ hochwertiges, sonnendurchflutetes Wohnhaus „schenken“ wollen! Die Erfahrung des Wohnens in unserem sonnendurchfluteten Haus seit September 1999 hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen!•dass für Heizung und Warmwasserbereitung im Winter 1999/2000 laut Berechnung der EVN nur 363,– Euro angefallen sind!•In Summe ist unser Haus ein kleiner, aber für uns wichtiger ökologischer Beitrag, wie wir mit unseren Energieressourcen verantwortungsvoll und nachhaltig – Klimabündnis – umgehen sollen. Schließlich werden uns unsere Kinder einmal auch danach messen, wie wir ihnen unsere Erde übertragen haben!Text freundlicherweise von Familie Merkinger zur Verfügung gestellt Anmerkung: Das war im Jahr 2000, Die Entwicklung des Passivhausmarktes zeigt einen starken Anstieg seit 1996. 4% aller Neubauten per Ende 2006 vom jährlichen Neubauvolumen, 25 - 28% per 2010 und 62 - 98% Anteil Passivhausstandard per 2020Weitere Interessante Tatsachen, Fragen und Antworten, Forschungsergebnisse und Beispiele finden Sie auf der Seite der IG- Passivhaus
Ein Film von Ing. Günter Lang, Geschäftsführer der IG Passivhaus Österreich, zur Entwicklung des Neubauvolumens von Passivhäusern im Vergleich zu konventionellen Gebäuden.